Was ist Taekwon-Do ?

Taekwon-Do ist eine koreanische Kampfkunst der waffenlosen Selbstverteidigung. Sie hat sich über einen Zeitraum von 2000 Jahren entwickelt. In Deutschland wurde TKD 1965 eingeführt und hat hier bereits sehr viele Anhänger gefunden. Grundgedanke des Taekwon-Do ist die waffenlose selbstverteidigung durch Einsatz des eigenen Körpers. Die Bezeichnung Taekwon-Do setzt sich aus folgenden Worten zusammen:

Tae- Fuß (Einsatz von Fußtechniken),
Kwon - Faust (Einsatz von Handtechniken);
Do - Weg (hiermit ist die geistige Komponente gemeint, die persönliche Entwicklung und Charakterbildung).

Die Anfänge des Taekwon-Do lassen sich bis in die Koguryo-Dynastie zurückverfolgen, die 37 vor Chr. im Norden Koreas gegründet wurde. Nach dem Ende des Korea-Krieges 1953 wurde der koreanische Tangsoodo-Verband gegründet; 1965 wird der Verband in Taekwon-Do-Verband umbenannt. 1973 wird die WTF (Welt-Taekwon-Do-Verband) gegründet. Im gleichen Jahr findet die erste Weltmeisterschaft in Seoul / Südkorea statt. Die Anerkennung durch das Olympische Komitee erfolgt 1980, die Aufnahme als offizielle Sportart der Pan American-Games 1983.

1988 findet die 8. Weltmeisterschaft (Herren) und die 1. Weltmeisterschaft (Damen) in Barcelona / Spanien statt. 1988 ist Taekwon-Do Vorführdisziplin bei den Olympischen Spielen in Seoul. Im Jahr 2000 wird Taekwon-Do sowohl im Damen- als auch im Herrenbereich olympische Disziplin. Taekwon-Do hat sich im Laufe der Zeit zum modernen Fitneßsport mit Wettkampfcharakter entwickelt. Taekwon-Do Sportler und Sportlerinnen gibt es heute organisiert in nahezu jedem Land der Welt.

Die traditionelle Form des Taikwondo wurde erstmals 1965 in Frankfurt a. M. vorgestellt.

Der meditative Charakter des Taikwondo und die nähere Auseinandersetzung mit sich selbst bewirken, neben der aktiven Teilnahme an diesem Sport, einbesseres Gefühl für den eigenen Körper. Gerade für Kinder und Jugendliche ist das Miteinander im Verein, die erforderliche Rücksichtnahme auf den Trainingspartner und die notwendige Wettkapffairneß eine Möglichkeit Frustration und Aggression spielerisch abzubauen. Neben dem Spaß und der Lust am Sport entwickelt sich so ganz natürlich ein gesunder Umgang mit den Konfliktsituationen unseres täglichen Lebens.

Nach einer festgelegten Anzahl von Trainingseinheiten können Prüfungen abgelegt werden, die die SprtlerInnen berechtigten und verpflichten, einen ihrer Graduierung entsprechenden Farbgurt zu Tragen. Bis zum ersten Meistergrad (Dan) sind 10 Prüfungen abzulegen. Männer und Frauen trainieren gemeinsam. Dieses hat für beide Vorteile: Männer lernen, ihre Kraft kontrolliert einzusetzen, Frauen lernen, ihre Kraft auch tatsächlich einzusetzen.

Der traditionelle Gedanke der Selbstverteidigung spielt auch im heutigen Taekwon-Do einen Rolle. Durch die bessere physische und psychische Einschätzung von Notwehrsituationen im Alltag wird oft die Eskalation einer Situation vermieden. Natürlich ist die vermiedene Notsituation immer die Beste, denn Taekwon-Do macht nicht unbesiegbar.

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, daß Frauen heute nicht mehr aus dem Taekwon-Do wegzudenken sind. Sowohl im Wettkampfbereich des Vollkontaktkampfes und der Formen, als auch in Führungspositionen oder als lizensierte Trainerinnen und Kampfrichterinnen haben sie sich durchgesetzt. Der enorme Zuwachs an weiblichen Aktiven beginnt schon in den Altersklassen der Schüler und Jugendlichen und setzt sich von dort bis in die gehobenen Altersklassen fort.

Die wenigsten Aktiven denken bei Taekwon-Do an den Wettkampf. Jedoch ein immer größerer Teil der über 70.000 SportlerInnen nimmt an den unterschiedlichsten Meisterschaften und Turnieren teil und sucht die reglementierte Auseinandersetzung mit einem Gegner. Daß auch die Wettkampfatmosphäre Spaß machen kann, zeigen die stetig steigenden Zuschauerzahlen bei Taekwon-Do-Turnieren.

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Wettkampf:

Der Formenlauf (Poomse):
Der Formenlauf ist für die SportlerInnen gedacht, die an Turnieren ohne körperliche Auseinandersetzung teilnehmen wollen. Ähnlich der Pflichtübungen beim Eislaufen wird der Vortrag eines festgelegten Bewegungslaufes (ein Kampf gegen mehrere Imaginäre Gegner) bewertet. Über Sieg oder Niederlage entscheidet die Korrektheit der ausgeführten Techniken sowie die Dynamik und Interpretation der vorgetragenen Bewegungsabläufe. Die Einteilung in Klassen ermöglicht einen direkten Vergleich mit der Leistungsfähigkeit der eigenen Altersgruppe.

In der besonders attraktiven Synchrondisziplin (3 SportlerInnen laufen möglichst synchron und gleichmäßig) liegen die deutschen SportlerInnen auf dem zweiten Platz in Europa. Neue Entwicklungen im Formenlauf, wo nach, oder besser, mit Musik gelaufen wird, hat sich bereits in kurzer Zeit als sehr publikumswirksam herausgestellt.

Der Vollkontaktwettkampf:
Hier wird die direkte Auseinandersetzung mit den Fähigkeiten des Gegners gesucht. Durch eine klare Reglementierung und eine gut durchdachte und umfangreiche Schutzausrüstung (bestehend aus Weste, Tiefschutz, Arm- und Beinschützern sowie Kopfschutz) sind auch bei dieser extrem-dynamischen Ausführung des Taekwon-Do Verletzungen äußerst selten. Trefferfläche ist die Weste und der Kopf. Erlaubt sind Tritte und Faustschläge, letztere dürfen jedoch nicht den Kopf treffen. Die Herren sind in Europa zwischen Platz zwei und fünf zu finden. Führend sind hier "Profinationen" wie Spanien und die Türkei. Die Spitze nimmt natürlich das Mutterland des Taekwon-Do, Korea, ein, jedoch sind die europäischen Nationen, insbesondere auch das deutsche Team, in den letzten Jahren sehr stark geworden.

Gurtfarben und ihre Bedeutung. Zwischen den einzelnen Gurtfarben müssen Prüfungen abgelegt werden, die einen zeitlich festgelegten Trainingsaufwand voraussetzen (Warte- und Trainingszeit bis zu einem Jahr)
- Einsteiger weiß / gelb Einsteiger
- Schüler gelb / grün Schüler
- Schüler grün / blau Fortgeschrittener
- Fortgeschrittener blau / rot Fortgeschrittener
- vor den Meistergraden rot / schwarz Meistergrad
- Meistergrad (1. Dan)